
DAS SIND WIR!
4 KONTEXT ist aus einem konkreten Bedarf entstanden, den wir durch langjährige Erfahrung in der Medien- und Kulturlandschaft selbst erkannt haben: Es fehlt an Räumen für kritische Auseinandersetzung, für Perspektivenvielfalt und für nachhaltige Veränderung.
Mit 4 KONTEXT wollen wir genau dort ansetzen: Wir klären über Strukturen und Muster auf, die Diskriminierung reproduzieren – mit einem Fokus auf diskriminierende Strukturen, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Kolonialgeschichte – und darauf, wie diese Themen in Medien, Ausstellungen, Institutionen und in der Filmindustrie verhandelt werden.
Uns ist wichtig, dabei nicht nur auf Missstände hinzuweisen, sondern ein Netzwerk aufzubauen, das Austausch ermöglicht und Perspektiven sichtbar macht, die allzu oft übergangen werden.
Derzeit bauen wir ein Netzwerk von Medien - und Kulturschaffenden auf, die vielfältige Perspektiven und fundierte Erfahrung im diskriminierungssensiblen Arbeiten mitbringen. Unser Ziel ist es, darüber nicht nur Austausch zu ermöglichen, sondern auch passgenaue, kontextsensible Beratung anzubieten.
Wir möchten so Schritt für Schritt noch mehr Stimmen sichtbar machen und in Zukunft für immer spezifischere Themen sensibilisieren – mit dem Anspruch, langfristig strukturelle Veränderung mitzugestalten.
Amal Schütz
Ich bin Amal Schütz, Filmschaffende, Sensitivity Readerin und Lektorin für öffentlich rechtliche Sender wie ZDF und arte. Mit einem Abschluss an der Filmuniversität Babelsberg und zehn Jahren Erfahrung in der Medienbranche beschäftige ich mich mit Fragen von Repräsentation, Sprache und Verantwortung in Film und Medien. Meine Perspektive ist dabei auch durch verschiedene kulturelle Einflüsse geprägt.
Durch meine Arbeit im Diversitätsmanagement des Sehsüchte Filmfestivals und mein Engagement im Impact Producing verbinde ich soziale Nachhaltigkeit mit inklusiven Produktionsprozessen. Heute gebe ich dieses Wissen auch als Dozentin an meiner ehemaligen Universität im Studiengang Film- und Fernsehproduktion weiter. Dort habe ich ein Pflichtseminar etabliert, in dem Studierende die Grundlagen sozial nachhaltiger, inklusiver und sensibler Filmproduktion lernen und sich mit deren praktischer Umsetzung auseinandersetzen.
Mein Ziel ist es, soziale Nachhaltigkeit und inklusive Produktionsweisen bereits in der Ausbildung zukünftiger Filmschaffender mitzudenken und in der Praxis zu verankern.
„Nichtbetroffene können niemals die Expertise von Betroffenen erreichen, egal wie viel Wissen sie sich anlesen, aber durch Austausch und Empathie kann jede*r zur sensibilisiertesten Nichtbetroffenen werden - und die werden dringend gebraucht!“

Jody Adwoa Pinkrah
Ich bin Jody Adwoa Pinkrah, Redakteurin für eine Plattform, die afrikanische und afrodiasporische Perspektiven in den Mittelpunkt stellt. Mein akademischer Hintergrund in Sozial- und Kulturanthropologie (Freie Universität Berlin) sowie Expanded Museum Studies (Universität für angewandte Kunst Wien) hat meine Auseinandersetzung mit Erinnerung, Macht und Repräsentation geprägt, besonders im Kontext kultureller Institutionen und kuratorischer Prozesse. Meine Arbeit ist stark mit den Black Studies verbunden und ich beschäftige mich intensiv mit Schwarzem Leben in globalen Kontexten. Dabei richte ich den Blick auf die Vielschichtigkeit Schwarzer Lebensrealitäten, die in ihrer Unterschiedlichkeit durch geteilte Fragen nach Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und kolonialen Prägungen in Beziehung stehen. Ich glaube, dass kritisches Wissen und Bildung zentrale Werkzeuge für nachhaltige Veränderungen sind. Deshalb engagiere ich mich dafür, Räume zu schaffen, in denen Rassismus, Kolonialgeschichte und andere Machtverhältnisse nicht nur thematisiert, sondern kontextualisiert und hinterfragt werden, sei es in Texten, Ausstellungen oder redaktionellen Prozessen.

"Es kommt darauf an, wer spricht, wer zuhört und wessen Geschichte erzählt wird."
Alîn Zerya

"In der Kunst sollte es einen ehrlichen Dialog zwischen Realitäten geben - für eine Sichtbarkeit von Differenz ohne Ausschluss und Diskriminierung."
Ich bin Alîn Zerya, Regisseurin, Drehbuchautorin und studierte Fotografin mit über 10 Jahren Erfahrung in der Kreativbranche. Ich bin in der kurdischen Diaspora aufgewachsen, welche meine künstlerische Arbeit ebenso prägt wie mein politisches Denken. Die Deutsche Kreativ- und Filmbranche wird nach wie vor maßgeblich von einer konservativen Einseitigkeit bewegt. In einer Branche zu arbeiten, die Diversität fortführend noch als Label, aber selten als strukturelle Realität begreift, ist für alle Betroffenen eine psychische und emotionale Herausforderung. Deshalb empfinde ich es als eine wichtige Verantwortung Räume zu schaffen, in denen vielfältige Erfahrungen besprochen und aufgearbeitet werden dürfen. So können wir alle gemeinsam eine inklusive Weiterentwicklung unserer Gesellschaft fördern. Als Co-Host des neuen Podcasts “Kanaksenf” schaffe ich unter anderem auch einen sicheren Ort für migrantische Stimmen, Perspektiven aus der Diaspora und die Fragen, die in der deutschen Kulturlandschaft zu oft unbeantwortet bleiben. Im Rahmen meiner künstlerischen Arbeit durfte ich bereits mit Partner*innen wie dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Warner Music Chappell sowie verschiedenen Fashion-Magazinen wie Kaltblut oder Sabat Magazine zusammenarbeiten.
Võ Thị Mai Trang
„Ich wünsche mir bedürfnisorientiertes Filmemachen."
Ich bin Võ Thị Mai Trang und vietnamesisch-deutsche Filmschaffende in Berlin. Schon seit meiner Jugend verknüpfe ich meine künstlerische Interessen mit politischem Engagement.
Mein kulturwissenschaftlicher Bachelorabschluss an der Leuphana Universität Lüneburg verleiht mir durch intersektional feministische Perspektiven einen schärferen Blick auf strukturelle Ungleichheit und Machtstrukturen. Seit 2019 studiere ich Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der HFF München. An der HFF München gründe ich mit anderen Kommiliton*innen erstmals die HFF BIPoC Gruppe. Daraus erwächst meine Regietätigkeit im Medienkollektiv Spill the Ts, in dem wir mehrheitlich community-orientierte Inhalte umsetzen. Im Zuge dessen haben wir das Making Of des HFF Abschlussfilms Clashing Differences von Merle Grimme für ZDF Kleines Fernsehspiel realisiert, in dem es um anti-diskriminierendes Produzieren geht. Neben meiner Tätigkeit als Referentin für Sensibilisierungsworkshops bin ich auch als Moderatorin, Panelistin und Kuratorin tätig. 2026 co-kuratiere ich das Filmprogramm des ost-/deutsch-post-/migrantischen Filmfest Kino Central in Werdau.
